Eine Klasse, ein Dichter und ein Museumstag bei Herbstsonne
Wer war eigentlich dieser Heinrich von Kleist und was hat er mit unserem Unterricht zu tun? Um das herauszufinden, haben sich die Schülerinnen und Schüler des Grund- und Leistungskurses der Jahrgangsstufe 12 auf den Weg nach Frankfurt (Oder) gemacht, in die Stadt, in der Kleist geboren wurde. Am Bahnhof erwartete uns Frau Dalchau, Lehrerin vor Ort und mit Leib und Seele im Kleist-Museum zu Hause. Sie führte uns durch die Stadt, vorbei am Kleistpark mit Zwischenstopp an der Universität, an der er studierte und die 1991 neu gegründet wurde. Es ging weiter zum Geburtshaus des Dichters, worauf wir die Marienkirche besuchten und einen kleinen Eindruck vom mittelalterlichen Frankfurt erhielten. So kamen wir ihm und der Stadt, in der er geboren wurde, schon vor dem Museum ein Stück näher.
Im Museum ging es gleich spielerisch weiter: Wer gern Bier trinkt oder eine Schwester hat, wurde als Kleist-Verwandter erkannt, denn beides traf auch auf den Dichter zu. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf, wobei die eine die Ausstellung erkundete und erfuhr, wie Kleist schrieb, aufwuchs, lebte und starb. Die andere nahm sich mit den Museumsmitarbeitern Textstellen aus dem Zerbrochnen Krug vor, jener Komödie, mit der wir uns im Unterricht beschäftigen. Sie überlegte gemeinsam, was hinter den Worten steckte und was diese uns heute noch sagen können.
Zwischendurch ließen wir uns die Herbstsonne nicht entgehen und machten Mittagspause im Freien. Am Ende hatten wir ein ganzes Stück Kleist erlebt: den Menschen, seine Stadt und seinen Text.
KAS